Warum sollte man Karate trainieren? Der Kampfsportler ist keine Kampfmaschine Der typische Kampfsportler ist keine Kampfmaschine. Er trainiert und übt nicht, um anderen Menschen Schmerzen zuzufügen, sondern hat andere Motive, wie Gesundheit, Wettkampf, Gewaltprävention, Selbstverteidigung und vieles mehr. Daher ist die Aufgabe eines seriösen Kampfsporttrainings, verantwortungsbewusste Menschen heranzubilden, bei denen sowohl der Körper als auch der Geist gestärkt wird.    Karate als Mittel zur Gewaltprävention Die generell zunehmende Gewaltbereitschaft ist ein negatives Faktum in unserer Gesellschaft. Kampfkunstunterricht kann hier positiv entgegen wirken und die Aggressionen der Kinder und Jugendlichen können, in Ritualen und an Regeln gebunden, ausgelebt werden. So lernen zum Beispiel Jugendliche durch Karate, Regeln des Miteinanders und vor allem den respektvollen Umgang untereinander. Wer mit Karate beginnt, merkt sehr schnell, dass es ein langwieriger, langjähriger Übungsprozess ist, bis man die Techniken wirklich beherrscht. Das bedeutet, dass das mögliche Ziel, diese Technik alsbald für Prügeleien einsetzen zu können, zunächst in die Ferne rückt. Durch das Üben, Üben, Üben werden Aggressionen abgebaut.    Soziale und pädagogische Erfahrungspotenziale von Karate Karate spricht Kinder und Jugendliche über die verschiedensten Aspekte von Leiblichkeit und die körperliche Beziehungsebene an. Die pädagogische Chance liegt daher hierin, da sich vor allem Jugendliche über ihren Körper definieren und ihren Körper als ihr Potenzial in der gegebenen Umwelt erfahren. Körperkräfte messen ist für Kinder ungemein wichtig. Durch Karate kann Toben, pädagogisch angeleitet, wieder gelernt werden, denn in den Familien findet es kaum noch statt. Beim Üben und Trainieren werden Emotionen und körperliche Reaktionen hautnah erfahren und dies ist ebenfalls von großer Bedeutung. Das Üben in einer Kampfsportart, wie Karate, fördert das Sich – hinein – versetzen in den anderen. Es müssen Rollen übernommen werden, um Übungssituationen zu schaffen. Mit  dem spielerischen Rollenverständnis, das erworben wird, bildet sich gleichzeitig eine Mentalisierungsfähigkeit aus, die für ein soziales Miteinander erforderlich ist.   Weiters wird durch das Ausüben von Karate eine gewisse Frustrationstoleranz ausgebildet, das heißt konditionelle und psychische Ausdauer entwickelt. Um Karatetechniken einmal richtig zu beherrschen, muss lange trainiert werden und bedarf, wie schon erwähnt, Geduld und Ausdauer, um zum Ziel zu gelangen. Karate beinhaltet eine Philosophie des Lebens und kann somit als Werkzeug der Persönlichkeitsentwicklung gesehen werden. Kinder und Jugendliche bauen Selbstwertgefühl und –bewusstsein auf, die für das weitere Leben sehr wichtig sind.     Durch die eindeutigen Grenzsetzungen und Verhaltensregeln ist Kindern und Jugendlichen das sichere Üben gewährleistet. Die gegenseitige Achtung steht ganz groß im Vordergrund und muss von jedem berücksichtigt werden. Karate verbessert körperliche und geiste Fähigkeiten Durch Karatetraining können nicht nur muskuläre Dysbalancen verbessert werden, sondern es wird auch die Stärkung von Konzentration, Selbstwert und Koordination gefördert. Somit können in der Schule als auch im Arbeitsalltag erheblich bessere Leistungen erzielt werden. Karate ist koordinativ eine hoch anspruchsvolle Sportart und beinhaltet viele Bewegungen, die überkreuz, das heißt über die andere Körperhälfte, durchgeführt werden müssen. Dadurch können Legasthenie, Dyskalkulie (Rechenschwäche) und koordinative Dysbalancen abgeschwächt, beziehungsweise in den besten Fällen bekämpft werden. Aus eigenen Erfahrungen kann man sagen, dass durch das Ausüben von Karate sich allgemein die schulischen und alltäglichen  Leistungen verbessern und sich eine allgemeine körperliche und geistige Zufriedenheit beziehungsweise Wohlbefinden einstellt.      Asiatische Kampfkunst Karate als Bewegungstherapie Stärkung des Selbstwertgefühls Beim Ausüben der asiatische Kampfkunst „Karate“ entwickelt der Schüler ein starkes Selbstwertgefühl, Konzentration, Selbstkontrolle und Respekt gegenüber anderen. Viele Menschen halten diese Sportart noch immer für besonders aggressiv und lehnen sie daher ab. Sie kennen aber nicht die Philosophie, die hinter der Kampfsportart „Karate“ steckt, nämlich dass sie defensiv orientiert ist und versucht, den Gegner/die Gegnerin an einer aggressiven Handlung zu hindern. Dies ist zum Beispiel ein wichtiger Lernschritt für hyperaktive Kinder, denn Entwicklungspsychologen stellten fest, dass sich das Erlernen dieser Kampfkunsttechnik bei sogenannten ADS-Kindern besonders positiv auswirkt und therapeutischen Einfluss nimmt. Diese Sportart hilft der Entwicklung von Selbstkontrolle und Konzentrationsfähigkeiten. Gerade sogenannte ADS-Kinder weisen auf diesem Gebiet große Defizite auf. Karate wirkt sich auch positiv auf die Einstellung zu sich selbst und anderen gegenüber aus. Respekt und Höflichkeit Durch die Höflichkeitsrituale, die für Karate üblich sind, wird ein Gefühl des Respekts anderen Menschen gegenüber näher gebracht. Das sind traditionelle asiatische Tugenden, die besonders gefördert und geschult werden. Das Miteinander ist durch gegenseitige Achtung geprägt. Kinder werden als Person genauso ernst genommen, wie Erwachsene. Der Umgangston soll daher immer freundlich und höflich sein. Durch Höflichkeitsformen, klare Strukturen, Rituale und Regeln erlangt der Schüler Verhaltenssicherheit. Schulung von Konzentration und Koordination Karate stärkt auch das Selbstwertgefühl und somit das Selbstbewusstsein. Durch das Erlernen der jahrhunderte alten Techniken, die ein hohes Maß an Konzentration und Koordination erfordern, wird der Trainierende selbstbewusst und verbessert seine körperliche Koordination. Durch die Verbesserung der Koordination wird das Erlernen der Kulturtechniken erleichtert. Abbau von Aggressionen Außerdem gibt diese Sportart eine gute Möglichkeit zu lernen, mit aggressiven Gefühlen umzugehen, ohne sich selbst oder andere zu verletzen. Karate erlaubt gerade bei Kindern keinen Körperkontakt. Das absichtliche Berühren des Gegners wird bestraft. Jeder Schlag muss rechtzeitig vor dem Partner abgestoppt werden. Das erfordert ein hohes Maß an Konzentration, an technischer Perfektion und große Körperbeherrschung. Hemmungsloses Treten oder Schlagen wird somit im Training nicht toleriert. Aggressives Verhalten kann somit abgebaut werden. Gesundheitlicher Aspekt Gerade in der heutigen Zeit wird es immer wichtiger, sich in der Freizeit zu bewegen. Karate ist hierbei eine hervorragende Möglichkeit, denn es wird Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft, Beweglichkeit und Koordination gleichermaßen geschult. Dies führt dazu, dass  bei regelmäßigem Training auch noch im hohen Alter erworbene Fähigkeiten erhalten bleiben. Viele Menschen halten Karate für besonders aggressiv, weil es bei intensiver Ausführung zu schweren Verletzungen kommen kann. Dies ist jedoch nicht der Fall, denn Karate ist seiner Philosophie nach defensiv orientiert. Das Training wirkt sich sehr positiv auf Schüler jeden Alters aus. Deshalb ist es nie zu spät, mit Karate anzufangen! © Mag. Anderl Sonja
“Oberstes Ziel im Karate ist nicht Sieg noch Niederlage, der wahre Karateka strebt nach der Vervollkommnung seines Charakters”