Kumite Kumite ist eine der klassischen drei Säulen des Karate. Werden die Schriftzeichen übersetzt, bedeutet Kumite "Begegnung der Hände". Man versteht darunter den Kampf mit einem oder selten mehreren Gegnern. Kumite ist niemals nur der freie unkontrollierte Kampf, sondern ein direktes Resultat aus der vertiefenden Kenntnis der Technik im Kihon und den Elementen der Kata. Da Kumite als eine Form der Kommunikation bzw. Begegnung mit einem anderen Menschen gesehen werden kann, erfordert es absoluten Respekt und Disziplin, um mit dem Partner diese hohe Form der Übung durchzuführen. Damit ist Kumite eine Grundlage zwischenmenschlicher Beziehungen in den Kampfkünsten. Klassisches Kumite bietet einem Karateka die Möglichkeit, sich selbst im Kampf zu erfahren und dabei Kampftaktiken und -konzepte der Stile zu erkennen. Geschichte des Kumite Erst im 20.Jahrhundert hat sich Kumite im Karate, nach dem Vorbild der Wettkämpfe in anderen Kampfsportarten, etabliert. Gichin Funakoshi wollte die Versportlichung des Karate nicht, da er die grundlegenden erzieherischen Werte des Karate in Gefahr sah. Schließlich ließ er sich von seinen Schülern dazu begeistern und modifizierte bestimmte Techniken, verzichtete auf Vollkontakt-Karate und führte Kampfregeln sowie ein Punktesystem für Treffer ein, so dass sich neben der traditionellen Kampfkunst ein Kampfsport entwickelte. Diese ersten Kumiteformen stellen die Wurzel der heutigen Kumiteformen dar. Voraussetzungen für das Kumitetraining  Ein hinreichend hoher Kenntnisstand der Techniken aus dem Kihon und der Kata ist Voraussetzung für das Kumitetraining. Die Anwendung des dort Erlernten im Kumite ist notwendig, um die Techniken nicht nur in den vorgegebenen Abläufen, sondern auch in freien und unvorhersehbaren Situationen anwenden zu können, das heißt letztendlich eine bedrohliche Situation meistern zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es verschiedene Kumite-Formen, die sich vom Einfachen zum Komplexen hin entwickeln. Formen des Kumite  Im Kumite werden Abwehr-, Angriffs,- und Kontertechniken bzw. –kombinationen mit dem Partner geübt. Auf dem Weg zum „freien Kampf“, dem Jiyu Kumite, gibt es verschiedene Kampfübungen und Formen des Kumite. Ziel dieser Übungen ist es, den Karateka an den freien Kampf heranzuführen. Dem Karateka wird dabei ein hohes Maß an Präzision und Kontrolle über die eigenen Karatetechniken abverlangt. Die Verantwortung gegenüber dem Partner beim Üben und gegenüber dem Gegner im Kampf muss daher jedem jederzeit bewusst sein. Respekt vor dem Übungspartner und dem Gegner stehen an oberster Stelle. Ziel des Kumite ist es, das Kämpfen zu erlernen und sich gegebenenfalls verteidigen zu können. Der Karateka wird systematisch zu einer kontrollierten Technik geführt. Kumite schult dabei im Besonderen: Gefühl für Distanz Gefühl für Trefferflächen Kontrolle der Schlagkraft Fokussierung auf "Gegner" / Partner und seine Technik Praktische Technikumsetzung Bewegung im Raum Disziplin Selbstkontrolle innere Ruhe © Mag. Anderl Sonja “Oberstes Ziel im Karate ist nicht Sieg noch Niederlage, der wahre Karateka strebt nach der Vervollkommnung seines Charakters”